herrngarten

Dealerei im Herrngarten

Ein lautes Lachen schallt durch das Telefon. Der gute Freund und heutige Spender von Kost und Logis erfuhr gerade, warum ich erst spät abends bei ihm aufschlage. Ich treffe ein paar Matefreunde im Herrngarten in Darmstadt zur Übergabe von der neuen 1337MATE. Der Herrngarten, so erfahre ich, war früher einer der großen Drogenumschlagplätze im Rhein-Main-Gebiet – und heute also Mate. Ort und Zeit hatte netterweise @Frexxx beplant, da ich während meiner Transportschichten offline war. Die Konstellation war umso lustiger, als dass sich die einzelnen Beteiligten kaum bzw “nur” von Twitter kennen und 1337MATE eine Art kleiner Nenner sind. Mit dabei sind @Kevusch, @huxi, the Artist formerly known as @FreXxX, @adnava, @kleinweich und die @meeresbraut und meine Wenigkeit, die verkehrsbedingt ein Stück später hinzustößt und mittels Spähtrupp aufgelesen wird. Direkt zuvor wurde noch http://www.kolabri.de mit einer Palette beliefert, nachdem er unseren Stoff zuvor nur über kostenspielige Graumärkte bezog. Ein netter Shopbetreiber, mit der Mission die Menschen zu mehr Getränkevielfalt zu bringen.

Und dann sitzt man so im Kreis um die Matekästen herum, plaudert über Anekdoten und Erlebnisse, tauscht sich aus und wagt sich an die Verkostung. Für mich als Hersteller natürlich hochspannend, vor allem weil ja am Rezept geschraubt wurde. Die Wettberwerbssituation ist ein wenig verzerrt. Eine alte Flasche kommt mit eiskaltem Inhalt daher, die neuen warten durchgeschüttelt und bei Sommertemperatur auf den Verzehr. Keiner verzieht angewidert das Gesicht, es werden Geschmacksunterschiede festgestellt, ein wenig Kritik und Diskussion, ein bißchen Lob und ich nutze den Moment, von der geplanten grünen wilden Mate zu berichten, die in den dunklen Monaten als special Edition in kleiner Auflage produziert wird.

Geschmäcker sind so verschieden. Einige hassen, Andere lieben herben Geschmack, der mit der Keule auf die Synapsen prügelt. Und wir haben besonderen Fokus, auf die “Entbullshittung” der Zutaten und natürlichere Zubereitung gelegt und dann unser subjektives Geschmacksempfinden maximal zu befriedigen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und warten auf das durchmischte Feedback, um weiteren Feinschliff vorzunehmen und angemessen zu reagieren. Im erzkonservativen Segment “Getränke” agieren wir mit unserem Ansatz “constant Beta” sehr progressiv und experimentell. Aber das ist einerseits unseren Möglichkeiten und unserem Pragmatismus geschuldet und andererseits entspricht es unserer Vita und Philosophie. Wir wollen nie final sein und immer mit euch gemeinsam weiter vorankommen – geschmacklich und qualitativ. Aber wir wollen nicht noch länger ohne Verfügbarkeit im luftleeren Raum spielen, sondern zurück aufs Spielfeld. Da sind wir nun. Und wir freuen uns über die vielen Begegnungen und Interaktionen mit tollen Menschen. Unsere Mate wächst mit euch und es macht immer immer immer mehr Spaß.

Nuevo

Neue 1337MATE ist neu

tl;dr: 1337MATE hat ein neues Rezept mit verbesserten Zutaten und geschmacklichem Feinschliff.

Es ist vollbracht. 24.000 Liter 1337MATE fanden am Mittwoch, den 10.07.2013 ihren Weg in 60.000 Flaschen – 0,3l-Longneck und 0,5l-NRW-Fasche. Und es hat sich etwas verändert – zum Guten und unseren Ansprüchen entsprechend. Nicht nur das Funding, die Vorbereitung von Logistik und des Pfandkreislaufs kosteten viel Aufwand und Zeit. Nein, vor allem an der neuen Rezeptur haben wir sehr intensiv gefeilt, damit 1337MATE ein noch epischerer Gewinn wird.

Wir haben jetzt ein eigenes wunschgerechtes Rezept, bei dem wir gewisse Aspekte umsetzen konnten, wo uns vorher die Hände gebunden waren und das Beste:

Der überwältigende Großteil, der mehr als 100 Vor-/Verkoster nimmt die dezente Anpassung sehr positiv wahr. Eine Rezeptoptimierung birgt ja auch immer Risiken. Aber nun haben wir ein ganz eigenes Rezept UND:

No more Bullshit – mehr Wumms und Zisch

Mate-Herbe:
Bisher wurde für unser Rezept ein Grundstoff verwendet, der aus der Mate extrahiert wurde. Der Originalität und dem intensiveren Geschmack zuliebe, verwenden wir jetzt aufgebrühte Mate. Ein weiterer Vorteil hierbei ist, dass es kaum mehr zu Eintrübungen, Schwebstoffen oder Bodensatz kommt. Um den Mategeschmack hervorzuheben ist zusätzlich ein wenig natürliches Aroma von Schwarzteeauszügen beigegeben. Wir wollten der Mate mehr Kante verschaffen, während sich am Markt immer limonadigere Varianten finden. Man soll die Mate schmecken, auch wenn das nicht jedem zusagt. Mainstream kann jeder.

Süßung:
In herkömmlichen Limonaden wird zur Süßung sehr viel Zucker verwendet, meistens sogar billige Alternativen, die zu Recht kritisch gesehen werden (bspw. http://de.wikipedia.org/wiki/Maissirup#Gesundheit ). Wir haben mit Bio-Agadaven-Dicksaft, Stevia und Honig experimentiert, aber das Endergebnis wurde geschmacklich zu sehr überlagert. Daher bleiben wir beim echten Zucker, dessen Anteil wir aber auf 5,3g/100ml noch weiter reduziert haben (die Hälfte im Vergleich zu einem großen Cola-Produzenten) und wollen uns noch weiter hinuntertasten. Rohrzucker hätte als Alternative für einen spürbaren Preisanstieg beim Endkunden geführt.

Säure:
Klassischerweise wird die saure Geschmackskomponente durch Zitronensäure (E330) und hier oft die biotechnisch erzeugte Variante verwendet. In der neuen Rezeptur haben wir sie durch echten Zitronensaft ersetzt.

Farbe:
Wir sind jetzt heller – eher goldgelb als honigbraun. Dunkle Getränke beziehen ihre Farbe gern durch die Zugabe von Zuckerkulör E150c/d. Dieser Farbstoff steht im Verdacht gesundheitsgefährdend zu sein und ist ein rein dekoratives Element. Grund genug ihn aus den Zutaten zu streichen.

Kick:
Yerba-Mate enthält selbst schon Koffein. Um auf unseren gewünschten Wert von 25mg/100ml zu kommen, mussten wir bisher natürliches Koffein (aus Kaffee) hinzugeben. Um diesen Anteil zu reduzieren, arbeiten wir jetzt zusätzlich mit Guarana. Dies hat den Vorteil sanfter, aber länger anzuregen, so dass der Koffeinkick in einem langen Bogen und nicht als kurze Spitze auftritt.

Blubber:
Endlich konnten wir jetzt auch den Kohlensäuregehalt anheben. Das mehr an feinen Perlen, sorgt für mehr Börps und kehrt fruchtige Frische hervor, was mit dem herben Mate-Geschmack gut harmoniert. Jetzt geht die Mate weder geschmacklich, noch perlig unter, wenn man sie mixt.

Wir freuen uns sehr, auf euer Feedback und hoffen bei den meisten von euch, genau den richtigen Geschmack getroffen zu haben. Wir haben jedenfalls lang und intensiv geforscht und uns viele Gedanken gemacht.